Geesthacht – Der Vorsitzende der Geesthachter CDU, Sven Minge (36), hält eine Versorgung durch Palliativmedizin im Süden des Kreises Herzogtum Lauenburg für notwendig und unverzichtbar.
Hintergrund ist die überraschende Abberufung von Dr. Hans-Bernd Sittig aus dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Geesthacht, der bisher zentraler Ansprechpartner für viele Menschen in Geesthacht und Umland war. Auch in der Einrichtung des Geesthachter Auxilium Hospizes war Dr. Sittig bekannt und engagiert.
„Die aktuelle Versorgung der Patienten ist gestört, es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Minge, stellvertretender Vorsitzender im Sozialausschuss. Kurzfristig wurde das Thema am Dienstag, 07.02.2012 auf die Tagesordnung des Sozialausschusses aufgenommen. Eingeladen sind Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, die Auskunft über die aktuelle Versorgung im Süd-Kreis geben sollen. Durch die Mitglieder wird auch das Thema der aktuellen Finanzierung angesprochen. Die Umstände zur Entlassung von Dr. Sittig können bedingt durch das laufende Verfahren natürlich nicht geklärt werden.
In diesem Zusammenhang äußerte sich Dr. med. Detlef Kramer, Geschäftsführer MVZ, der zeitnah eine Versorgungslösung in Aussicht stellt. „Das freut uns sehr“, unterstreicht Minge.
„Palliativmedizin steht dafür, dass bei erkrankten Menschen, wo die anerkannte Schulmedizin keine Antworten mehr kennt, eine nachweisbare Austherapierung stattgefunden hat, ein weiteres Leben mit hoher Qualität ermöglicht wird“, sagt Minge.
Chronisch kranke Menschen, sowie Tumor- bzw. Krebspatienten nutzen die Palliativmedizin.
Die Wichtigkeit dieses Bereiches wird oft erst erkannt, wenn z. B. im eigenen Bekannten- oder Familienkreis tatsächlich Berührungen entstehen.
Dazu zählen auch viele Hospiz-Einrichtungen, die leider bisher nur einen unteren Stellenwert bei der Finanzierung durch die gesetzliche Kranken- oder Pflegeversicherung darstellen und oft von Spenden leben. Bedauerlich ist, dass dieses Thema in der Bundesrepublik Deutschland regelrecht verschlafen wurde.
Erst seit April 2007 ist der Bereich eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung geworden, ab 2013 soll die Palliativmedizin für alle angehenden Ärztinnen und Ärzte nun Pflichtfach werden. Darüber streitet allerdings aktuell der Bundesrat.
Sven Minge (CDU) setzt sich dafür ein, dass dieser Bereich im Sinne der Betroffenen nun endlich einen nachhaltigen Stellenwert bekommt. Zudem hält er den Bereich der Finanzierung für erkennbar überprüfungswürdig. „Der normale Hausarzt darf nicht im Rahmen der regulären Budgetierung belastet werden. Eine Wertung sollte individuell angemessen erfolgen“, sagt Minge abschließend.